Die XYZ-Formel: Berufserfahrung mit Ergebnissen beschreiben

„Erreicht [X], gemessen an [Y], indem ich [Z] getan habe“: Mit diesem Satz von Laszlo Bock, dem früheren Personalchef von Google, wird aus einer Aufgabenliste eine Liste von Erfolgen. Das funktioniert in jedem Beruf, unter einer Bedingung: Die Messgröße wird nie erfunden.

Aktualisiert am 7. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit

Woher stammt die XYZ-Formel?

Im September 2014 veröffentlichte Laszlo Bock, damals Senior Vice President People Operations bei Google, auf LinkedIn den Artikel „My Personal Formula for a Winning Resume“. Darin empfiehlt er, jede Leistung nach diesem Muster zu formulieren: „Accomplished [X] as measured by [Y] by doing [Z]“.

Sein Rat in vier Schritten: mit einem aktiven Verb beginnen, das Ergebnis messbar machen, einen Vergleichswert nennen und erklären, was Sie dafür getan haben. Sein eigenes Beispiel macht aus „Finanzkennzahlen von Unternehmen analysiert und Anlageempfehlungen gegeben“ den Satz „Portfolio-Performance in einem Jahr um 12 % (1,2 Mio. $) verbessert, indem ich die Berechnung der Kapitalkosten verfeinert habe …“.

Die drei Bausteine: X, Y und Z

BausteinFrageBeispiel
X: das ErgebnisWas haben Sie erreicht oder verändert?Lieferverzögerungen reduziert
Y: die MessgrößeWoran sieht man es? Wie viel, im Vergleich wozu?von 9 % auf 3 % der Aufträge in sechs Monaten
Z: der WegWas haben Sie konkret getan?durch neu geplante Touren und ein angepasstes Kommissionierfenster

Im deutschen Lebenslauf stehen Stichpunkte meist im Partizip („gesteigert“, „eingeführt“) oder im Nominalstil. Die Reihenfolge ist frei: Ergebnis, Zahl und Weg müssen nur alle drei vorkommen.

Vorher und nachher: Beispiele aus sechs Berufen

Die folgenden Beispiele sind frei erfunden: Die Zahlen zeigen die Form, sie sind keine Vorlage. Ihre Zahlen müssen aus Ihren eigenen Ergebnissen stammen.

Vertrieb im Außendienst
Vorher: Neukundenakquise und Betreuung des Kundenstamms.
Nachher: 18 neue Kunden aus dem Mittelstand in einem Jahr gewonnen (Kundenstamm von 40 auf 58) durch gezielte Besuche in den Gewerbegebieten meines Gebiets und Nachfassen jedes Angebots innerhalb von 48 Stunden.
Pflegefachkraft
Vorher: Pflege und Versorgung von Patienten.
Nachher: Bis zu 10 Patienten pro Schicht auf einer internistischen Station versorgt; Lücken in der Schichtübergabe reduziert durch eine Übergabe-Checkliste, die das Nachtteam übernommen hat.
Verkäufer/in im Einzelhandel
Vorher: Kundenberatung, Kasse, Warenverräumung.
Nachher: Durchschnittlichen Bon meiner Abteilung in einem Quartal von 34 € auf 41 € gesteigert durch konsequente Zubehörberatung und eine neue Platzierung an der Kasse.
Kaufmann/-frau für Büromanagement
Vorher: Bearbeitung von Eingangsrechnungen.
Nachher: Bearbeitungszeit für Eingangsrechnungen von 15 auf 5 Arbeitstage verkürzt durch einen Freigabeweg per E-Mail und eine gemeinsame Übersichtstabelle.
Grundschullehrkraft
Vorher: Unterricht in einer 2. Klasse.
Nachher: Leseflüssigkeit von 20 der 24 Kinder meiner 2. Klasse verbessert, gemessen an den Lernstandserhebungen zu Beginn und Ende des Schuljahres, durch tägliche Lesezeiten in Kleingruppen.
Fachkraft für Lagerlogistik
Vorher: Kommissionierung und Verladung.
Nachher: Bis zu 180 Aufträge pro Tag kommissioniert mit einer Fehlerquote unter 1 % durch doppelte Scan-Kontrolle; zwei Zeitarbeitskräfte in die Methode eingearbeitet.

Keine Zahlen? Sechs andere Messgrößen

Viele Berufe haben kein Kennzahlen-Dashboard. Die Messgröße (Y) kann dann etwas anderes als ein Prozentwert sein, solange sie wahr und nachprüfbar ist:

  • Umfang: ein Budget, Anzahl der Standorte, eine Fläche, ein Sortiment („Betreuung von 300 Arbeitsplatzrechnern“).
  • Häufigkeit: täglich, wöchentlich, zu jedem Monatsabschluss („40 eingehende Anrufe pro Tag“).
  • Menschen: wie viele Kunden, Patienten, Schüler, wie viele Kollegen geführt oder eingearbeitet.
  • Zeit: eine eingehaltene oder verkürzte Frist („zwei Wochen vor der Eröffnung fertiggestellt“).
  • Qualität: keine Reklamation, ein bestandenes Audit, ein Verfahren, das das ganze Team übernommen hat, eine Auszeichnung.
  • Vorher / nachher: etwas, das es ohne Sie nicht gäbe („erster gemeinsamer Dienstplan der Abteilung“).

Wenn Sie eine Zahl nicht kennen, schätzen Sie sie nicht „ungefähr“, nur damit es besser klingt: Im Vorstellungsgespräch kann jemand nachfragen, woher sie stammt. Schreiben Sie das Ergebnis ohne Messgröße oder mit einer der Formen oben. Eine Größenordnung, die Sie begründen können („rund 30 Vorgänge im Monat“), ist in Ordnung.

Wie viele Stichpunkte pro Stelle?

Eine offizielle Regel gibt es nicht, aber einen einfachen Richtwert: drei bis fünf Stichpunkte für aktuelle oder zur Stelle passende Positionen, ein bis zwei für ältere. Nicht jede Zeile muss der XYZ-Formel folgen: Eine Kontextzeile („Team von 6 Personen, Filiale mit 800 m²“) hilft beim Einordnen. Stellen Sie die Erfolge nach vorn, die zur angestrebten Stelle passen, wie in unserem Ratgeber zum Anpassen des Lebenslaufs an eine Stelle beschrieben.

Starke Verben für den Einstieg

Ein aktives Verb sagt sofort, was Sie getan haben. Wählen Sie es passend zum Ergebnis:

Um zu zeigen …Verben
Wachstumgesteigert, ausgebaut, verdoppelt, gewonnen, erweitert
weniger Kosten oder Zeitgesenkt, verkürzt, reduziert, eingespart, vereinfacht
etwas Neueseingeführt, aufgebaut, entwickelt, konzipiert, erstellt
Steuerunggeleitet, koordiniert, geführt, organisiert, geplant
Wissensweitergabeeingearbeitet, geschult, begleitet, betreut

Typische Fehler

  • Zahlen erfinden oder aufblähen: der einzige Fehler, der Sie die Stelle auch nach der Einstellung kosten kann. Jede Zahl muss im Gespräch erklärbar sein.
  • Überall Zahlen: „3 Meetings pro Woche“ sagt nichts über ein Ergebnis. Eine Zahl sollte eine Wirkung oder einen aussagekräftigen Umfang zeigen.
  • Das Z vergessen: Ein Ergebnis ohne Weg wirkt wie Zufall. Das „durch …“ zeigt Ihr Können.
  • Teamleistung als eigene ausgeben: Schreiben Sie „im Team von 5 Personen“ oder nennen Sie Ihren Anteil.
  • Dreizeilige Stichpunkte: Ein Erfolg muss auf einen Blick lesbar sein. Streichen Sie alles, was nicht hilft.

Diese Zeilen helfen auch im Vorstellungsgespräch: Jede ist der Anfang einer Geschichte, die Sie erzählen können. Siehe unseren Ratgeber zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch.

Häufige Fragen

Muss jeder Stichpunkt im Lebenslauf der XYZ-Formel folgen?

Nein. Nutzen Sie sie für die Erfolge, die für die Stelle zählen; eine Kontextzeile oder eine einfache Aufgabe darf kurz bleiben. Ein Lebenslauf, in dem jede Zeile gleich gebaut ist, wirkt schnell eintönig.

Funktioniert die XYZ-Formel auch beim Berufseinstieg oder für ein Praktikum?

Ja: Studienprojekte, Nebenjobs, Ehrenamt oder ein Praktikum haben ebenfalls Ergebnisse (ein abgegebener Bericht, eine organisierte Veranstaltung, eine Teilnehmerzahl). Wenden Sie dieselbe Logik auf das an, was Sie tatsächlich getan haben.

Was tun, wenn mein Arbeitgeber keine Zahlen erlaubt?

Wahren Sie die Vertraulichkeit: Nennen Sie Anteile („+20 %“), begründbare Größenordnungen oder eine nicht finanzielle Messgröße (Zeit, Qualität, betroffene Personen) statt Beträgen.

Ist das dasselbe wie die STAR-Methode?

Die beiden sind verwandt: STAR (Situation, Aufgabe, Handlung, Ergebnis) dient vor allem dazu, eine Erfahrung im Gespräch zu erzählen, die XYZ-Formel dazu, sie in einer geschriebenen Zeile zusammenzufassen. Ein guter XYZ-Stichpunkt ist oft die Kurzfassung einer STAR-Geschichte.

Quellen

  1. Laszlo Bock, „My Personal Formula for a Winning Resume“, LinkedIn, 29. September 2014
  2. Kopie des Artikels von Laszlo Bock (Cal State LA, Career Development Center)
  3. Auburn University, Harbert College of Business: „Better resume formula“

Lassen Sie Trakrio diese Tipps für Sie umsetzen

Ein Lebenslauf für jede Stelle, ausgefüllte Formulare, alle Bewerbungen im Blick: kostenlos und ohne Erfundenes.

Dauerhaft kostenlos, ohne Kreditkarte

Trakrio öffnen

Trakrio ist in diesem Browser installiert

KI-angepasster Lebenslauf